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Rund um Merzalben und der Ruine Gräfenstein
Rund um Merzalben und der Ruine Gräfenstein

Rund um Merzalben und der Ruine Gräfenstein

Mit dem Pfälzerwald-Verein Esthal rund um Merzalben und der Ruine Gräfenstein
Was unternimmt man, wenn es in der Wohnung unangenehm heiß ist? Richtig, man wandert durch den kühlen Wald! Diese Gedanken hatte der heutige Wanderführer Stefan Konrad sicher nicht, als er die Tour für den Wanderplan vorstellte. Sei’s drum! Der Plan stand fest und sechs ganz „Abgebrühte“ starteten am Sonntag, dem 21.06.26 zur Tour rund um Merzalben.

Ausgehend vom Parkplatz am Wanderheim des PWV Merzalben, der Gräfensteinhütte, ging es durch den schattigen Wald hoch zur Burgruine Gräfenstein.

Die Burg Gräfenstein, auch Merzalber Schloß genannt, kann als ein „Juwel“ aus der Stauferzeit bezeichnet werden, denn die noch sehr gut erhaltene Wehranlage ist ein ausgezeichnetes Beispiel romanischen Burgenbaus. Sie liegt auf dem Schloßberg, östlich von Merzalben, 447 m.ü.d.M. In der Länge misst sie rund 80 Meter, in der Breite ca. 60 Meter. Als Besonderheit verfügt sie als einzige Burg in Deutschland über einen siebeneckigen Bergfried. Vermutlich liegt der Grund hierfür in der optimalen Ausnutzung des schmalen Baugrunds.

Die Kernanlage (Palas und Bergfried) wurden vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts auf einem 12 m hohen ovalen Felsplateau erbaut und 1237 in einer Teilungsurkunde der Grafen von Leiningen erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg war sehr lange der Amtssitz eines Verwalters der Grafen von Leiningen.

Ab 1237 kam es zu häufigen Teilungen, Belehnungen und Verpfändungen der Burg, sodaß die Besitzer mehrmals wechselten. Im Bauernkrieg wurde der Gräfenstein im Jahr 1525 durch den Elsässer Kolbenhaufen erstmals zerstört. 1535 kamen die Herrschaft Gräfenstein und die Burg in den Besitz des Pfalzgrafen Ruprecht von Zweibrücken-Veldenz, der die Burg wieder aufbauen ließ und als Wohnsitz wählte. 1570 gingen Burg und Herrschaft an den Markgrafen von Baden über. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg im Jahre 1635 ein Opfer der Flammen und endgültig zerstört. Der Sitz des Verwalters wurde nach Rodalben verlegt. Von 1771 bis zur Französischen Revolution blieb der Gräfenstein im Besitz der Markgrafschaft von Baden-Durlach.

Die Ruine ist heute Staatseigentum. Nach früheren Instandsetzungsarbeiten erfolgte 1985/86 eine umfassende und aufwendige Restaurierung der Burg durch das Land Rheinland-Pfalz.
Text: Walter Flammann

Nach der notwendigen Trinkpause und der eingehenden Besichtigung der Ruine erfolgte der Abstieg zum Wanderparkplatz „Schäferei“ im Tal zwischen Ruine Gräfenstein und dem Vorderen Winschertkopf.

Über steile Pfade wurde der Winschertfelsen auf 521 M.ü.d.M erklommen. Der Schweiß rann in Strömen.

Der Winschertfelsen verdankt seinen Namen dem gleichnamigen Höhenzug, dem Winschert. Die Bezeichung „Winschert“ leitet sich sehr wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Wort wünschen (im Sinne von „herrschen“, „schön sein“ oder „prächtig gelegen“) ab und beschreibt einen besonders markanten, schönen oder imposanten Bergrücken. Ein grandioser Blick zur Burg Gräfenstein, ins Elsass, nach Pirmasens oder zum Luitpoldsturm bei Hermersbergerhof entschädigte für die Strapazen.

Ein mehr oder weniger kühles Lüftchen sorgte für etwas Erfrischung. Nach einer kleinen Vesper führte der Weg über einen wunderschönen Pfad zurück zur „Schäferei“. Über den alten Postweg ging es entlang der Merzalbe in Richtung Leimen. An der Abzweigung wo der Josephsbach in die Merzalbe mündet, fasste der Wanderführer den einsamen Beschluss, aus gesundheitlichen Gründen direkt nach Merzalben zu laufen. Der Protest der Mitwanderer blieb ungehört. Ohne Gegenwehr wurde die Strecke
im Schatten angenommen. Im Ort zeigte ein Thermometer 38 Grad im Schatten. Nach kurzer Zeit war der Ausgangspunkt erreicht und die Tour klang in der Gräfensteinhütte bei kühlen Getränken und leckeren Speisen gemütlich aus.

Am Ende einigte man sich auf 12 km und 350 hm. Bei 35 bis 38 Grad Temperatur eine solide Leistung.